Die Lisk-Plattform hat sich von einer unabhängigen L1-Blockchain zu einem Ethereum-ausgerichteten Layer-2-(L2)-Netzwerk entwickelt. Im Jahr 2024 schloss Lisk seine Migration in das Ethereum-Ökosystem ab, trat der Optimism Superchain bei und baute auf dem OP Stack von Optimism auf – das Projekt konzentriert sich nun auf EVM-Kompatibilität, die Ausrichtung an der Ethereum-Sicherheit und Interoperabilität innerhalb des Ökosystems statt auf einen maßgeschneiderten, JavaScript-basierten Blockchain-Stack.
Grundlagen
In Web3 liegen die größten Hürden für die Akzeptanz nicht mehr darin, „ob Blockchains existieren“, sondern darin, ob Gründer Produkte entwickeln können, die Nutzer tatsächlich annehmen – und ob diese Produkte mit Zugang zu Liquidität, Infrastruktur und Distribution skalieren können. Zunehmend hat sich die Branche auf EVM-Standards geeinigt, was es Teams erleichtert, in einer gemeinsamen Umgebung zu bauen, zu integrieren und zu skalieren.
Was ist Lisk heute?
Lisk positioniert sich als Wachstumsplattform für Web3-Gründer in stark wachsenden Märkten – insbesondere in Afrika, Südostasien und Lateinamerika – und kombiniert dabei drei Säulen:
- Programme und Inkubatoren vor Ort,
- gezieltes Kapital über den Lisk EMpower Fund und
- ein Ethereum-ausgerichtetes L2, sodass Teams lokal entwickeln und global skalieren können.
Durch regionale Initiativen und Partner wie Aya, Crecimiento und AngelHack unterstützt Lisk Startups nach der Inkubationsphase mit Finanzierung, Investor-Readiness und Wachstumsberatung, mit der Möglichkeit von Folgeinvestitionen für leistungsstarke Teams.
Wie funktioniert Lisk als Ethereum-L2?
Lisk ist nun ein auf dem OP Stack basierendes L2 (ein Optimistic-Rollup-Design) und ein Gründungs- bzw. frühes Mitglied der Optimism Superchain. Dieser Wandel bedeutet, dass Entwickler in der Regel mit standardisierten Ethereum-Tools und Smart Contracts (z. B. Solidity und vertrauter EVM-Infrastruktur) auf Lisk bauen, anstatt mit einem benutzerdefinierten JavaScript-SDK und anwendungsspezifischen Sidechains.
Die Zugehörigkeit zur Superchain soll Lisk-Entwickler mit breiterer Liquidität, Infrastruktur und Interoperabilitätsmustern verbinden, die über Superchain-Netzwerke hinweg geteilt werden, und es erleichtern, lokal relevante Produkte zu starten, die sich dennoch in globale Web3-Infrastrukturen integrieren lassen.
Was hat sich gegenüber dem alten Lisk-Modell geändert?
Da Lisk von einem unabhängigen L1 zu einem Ethereum-L2 gewechselt ist, definieren mehrere „klassische“ Lisk-Konzepte die Plattform nicht mehr:
- Kein Delegated Proof-of-Stake (DPoS) mehr als zentrales Sicherheitsmodell (das Netzwerk wird nicht länger als eigenständiges L1 mit DPoS-ähnlicher Delegation als prägendem Konsensmechanismus betrieben).
- Kein Fokus mehr auf ein JavaScript-zentriertes Blockchain-SDK als primären Entwicklerpfad – der Schwerpunkt verlagert sich auf die Entwicklung von EVM-Smart-Contracts und bestehende Ethereum-Tools.
- Keine Roadmap mehr, die Lisk-Sidechains als zentrales Skalierungsframework in den Mittelpunkt stellt – Skalierung wird grundlegend über das L2-Rollup-Modell und die Ausrichtung an der Superchain angegangen.
Was ist LSK jetzt?
Mit der Migration hat sich auch LSK in Richtung Ethereum-Standards entwickelt. Lisk skizzierte, dass LSK zu einem ERC-20-Token auf Ethereum migrieren würde (mit 1:1-Migrationsmechanik, wie in ihrem Plan beschrieben), mit dem Ziel einer breiteren Wallet-, DeFi- und Infrastruktur-Kompatibilität im gesamten Ethereum-Ökosystem.
Lisk wurde 2016 gegründet und war im Laufe der Jahre in mehreren Regionen aktiv. Im Jahr 2024 markierte das Projekt einen wichtigen Wendepunkt, indem es den Wechsel zu Ethereum als L2 abschloss und sich auf reale Adoption in stark wachsenden Märkten sowie auf Ethereum-ausgerichtete Infrastruktur positionierte.
Fazit
Lisk lässt sich nicht mehr am besten als JavaScript-SDK + Sidechain + DPoS-Blockchain beschreiben. Stattdessen ist es ein Ethereum-ausgerichtetes L2 innerhalb des Optimism-Superchain-Ökosystems, kombiniert mit einer Wachstumsstrategie, die Kapital (EMpower Fund), Programme vor Ort und globalen Infrastrukturzugang vereint – insbesondere für Gründer, die in Afrika, Südostasien und Lateinamerika bauen.
