Portugal Krypto-Steuer 2026: IRS — Was Steuerpflichtige melden müssen und wann
Bildungsmaterial; bei Sonderfällen und größeren Beträgen lohnt es sich, einen Steuerberater in Portugal hinzuzuziehen.
Im Jahr 2026 bestimmen drei Faktoren die meisten Ergebnisse: die Art der Transaktion, die Haltedauer (die 365‑Tage‑Grenze) und wie "regelmäßig" Ihre Aktivität erscheint. Diese Kombination entscheidet, in welchen IRS‑"Eimer" Ihre Einkünfte fallen — Kategorie G, B oder E — und was Sie im Modelo 3 angeben müssen.
Wer muss Krypto in Portugal melden?
Wenn Sie in Portugal steuerlich ansässig sind, deklarieren Sie beim IRS nach den Regeln des CIRS (Código do IRS) und melden Einkünfte/kapitalgewinne für das Steuerjahr — einschließlich solcher, die mit Krypto-Transaktionen verbunden sind.
Die Steueransässigkeit selbst wird durch eigene Kriterien bestimmt (Anzahl der Aufenthaltstage, "Zentrum der lebenswichtigen Interessen" usw.). Sind Sie erst einmal steuerlich ansässig, gelten die Steuerregeln für Ihre Aktivitäten im betreffenden Jahr.
Die zentrale Frage 2026: Kategorie G, B oder E?
In Portugal zählt nicht das Wort "Krypto", sondern die Natur der Einnahmen. In der Praxis laufen die meisten Fälle auf einen von drei Pfaden hinaus.
Kategorie G — Kapitalgewinne (mais-valias) aus Veräußerung von Krypto-Assets
Dies deckt typischerweise Situationen ab, in denen Krypto in Fiat umgetauscht oder zur Zahlung von Waren/Dienstleistungen verwendet wird. Tatsächlich haben Sie ein Vermögensgut veräußert und Fiat oder Konsum erhalten — die Steuerbehörde behandelt dies als Veräußerung (alienação).
Die 365‑Tage‑Regel ist der wichtigste Filter: Wurde das Asset 365 Tage oder länger gehalten, kann der Gewinn aus diesem Verkauf unter bestimmten Bedingungen des CIRS von der Steuer befreit sein (isento), häufig unter Verweis auf art. 10.º, n.º 19.
Für Kategorie G wird oft der besondere Steuersatz von 28% (taxa especial) diskutiert; in manchen Fällen kann man stattdessen das Englobamento wählen (Einbeziehung der Einkünfte in das Gesamteinkommen und Besteuerung nach progressiven Sätzen). Welche Option günstiger ist, hängt von Ihren sonstigen Einkünften und der Gesamtsituation ab.
Kategorie B — berufliche/gewerbliche Tätigkeit
Führt Ihre Krypto-Aktivität den Anschein einer regelmäßigen Tätigkeit (z. B. Mining/Validierung als Beruf, Service-Modelle oder konsistente Aktivitäten mit gewerblichen Merkmalen), fällt sie häufiger unter Kategorie B.
Öffentliche Steuerübersichten (inkl. Big‑4/Consulting-Notizen) erwähnen Koeffizienten im vereinfachten Regime (regime simplificado), etwa 0,15 für bestimmte Krypto-Einnahmen und 0,95 für Mining — ob diese anwendbar sind, hängt von der konkreten Struktur und dem gewählten Regime ab.
Unter Kategorie B kann die Steuerbemessungsgrundlage durch einen Koeffizienten statt durch den klassischen "Nettoertrag" nach kaufmännischer Rechnung ermittelt werden.
Kategorie E — Kapitaleinkünfte (rendimentos de capitais)
Staking/Interest/Rewards lassen sich schwerer klassifizieren: Die steuerliche Behandlung hängt davon ab, wie das Produkt strukturiert ist und was genau Sie erhalten. In der Praxis werden solche Erträge teils unter E, teils unter B eingeordnet; bei Grauzonen ist es sicherer, sich auf die Dokumentation der Plattform und eine schriftliche Einschätzung eines Beraters zu stützen.
Krypto-zu-Krypto: Wann keine sofortige Steuer entsteht
Beim Tausch eines Krypto‑Assets gegen ein anderes fällt in der Regel keine Kapitalertragsteuer im Moment des Swaps an. Stattdessen wird die Anschaffungskostenbasis auf das neue Asset übertragen (Carry‑Over der Kostenbasis). Übersichten verweisen oft auf CIRS (art. 10.º, n.º 20) und die Vorbehalte im Zusammenhang mit valores mobiliários.
Was das in der Praxis bedeutet:
ein ETH → USDC Swap führt häufig nicht zu sofortiger Steuerpflicht;
USDC → EUR (oder Zahlungen mit Stablecoin) kann hingegen ein Ereignis der Kategorie G sein, weil Fiat/Konsum auftritt.
Ein häufiger Fehler ist, diese beiden Behandlungen zu vermischen und alles gleich zu behandeln.
NFTs: Ein separates Risikofeld
Das Regime behandelt einzigartige, nicht fungible Vermögenswerte (NFTs) möglicherweise nicht wie "standard" Tokens. Bei NFTs zählen oft die konkreten Umstände mehr: Einzelverkäufe vs. systematischer Handel, Verknüpfung mit beruflicher Tätigkeit und das Monetarisierungsmodell.
Wenn NFTs einen relevanten Anteil Ihrer Aktivität ausmachen, rechnen Sie mit genauerer Prüfung der Einordnung.
Was im IRS (Modelo 3) angegeben werden muss
Kategorie G: im Modelo 3 anzugeben, typischerweise über Kapitalgewinn‑Anlagen (häufig wird Anexo G genannt).
Kategorie B: über Anlagen für Berufseinkünfte melden (oft Anexo B oder Anexo C, abhängig vom Regime).
Kategorie E: nach den Regeln für Investitions-/Kapitaleinkünfte melden (Anexo und Vorgehen hängen von der genauen Klassifikation ab).
Die IRS‑Abgabe findet normalerweise im Frühjahr bis Frühsommer statt (häufig 1. April bis 30. Juni). Transaktionen aus 2026 werden in der Regel in der Erklärung für 2027 gemeldet, sofern sich der Kalender nicht ändert.
Arbeitsablauf für die Aufbewahrung von Unterlagen
Wenn die IRS‑Saison Routine statt Rekonstruktionsprojekt sein soll, hilft ein einfacher Arbeitsablauf.
Schritt 1. Transaktionen nach Typ trennen
- Auszahlung in Fiat (EUR/GBP/USD);
- Bezahlungen mit Krypto für Waren/Dienstleistungen;
- Krypto‑zu‑Krypto;
- Staking/Rewards;
- Mining/Validierung (falls zutreffend).
Schritt 2. Haltedauern für potenzielle Kategorie‑G‑Ereignisse verfolgen
Die 365‑Tage‑Schwelle ist entscheidend. Wenn Sie Erwerbsdaten nicht aufzeichnen, ist es später schwer, die Haltedauer zu belegen.
Schritt 3. Dokumente sammeln
- Exportierte Trade‑Daten der Börsen (CSV/Kontoauszug);
- Tx‑Hashes / Explorer‑Links für größere Bewegungen;
- Kontoauszüge für On/Off‑Ramps;
- Plattform‑Reports, falls automatisch erzeugt.
Wenn Sie mehrere Börsen und Wallets nutzen, führen Sie ein zentrales Journal: Datum, Asset, Menge, Preis, Gebühr und Transaktionstyp. Das spart Stunden, wenn Sie das Modelo 3 öffnen und genau jene eine EUR‑Auszahlung suchen.
Fazit
Beim Aufbau einer passiven Portfoliostrategie sind in Portugal meist zwei Gewohnheiten besonders wichtig: saubere Aufzeichnungen (Daten und Historie) und das Bewusstsein für die Haltedauer. Deshalb ist es sinnvoll, Infrastruktur zu nutzen, bei der Exporte und Bestätigungen leicht erhältlich sind.
Innerhalb des Hexn‑Ökosystems können Sie dies als klaren operativen Loop strukturieren: Verwahrung, Konversion und Auszahlungen mit einer Transaktionshistorie, die sich für die IRS‑Meldung einfacher zusammenstellen lässt.
Je früher Ihre Exporte und Bestätigungen organisiert sind, desto weniger Überraschungen erwarten Sie bei der Abgabe des Modelo 3.