Warum Gold und Krypto gemeinsam fielen: Der Safe Haven versagte
Warum Gold und Krypto gemeinsam fielen: Der Safe Haven versagte

Warum Gold und Krypto gemeinsam fielen: Der Safe Haven versagte

Alice Cooper · 30. Januar 2026 · 3m

Die Märkte erleben Ausverkäufe, und viele bemerkten ein scheinbar merkwürdiges Bild: nicht nur Krypto und Aktien verlieren, sondern auch Gold und Silber — Vermögenswerte, die traditionell als sichere Häfen gelten.

Auf den ersten Blick sieht das nach einem gescheiterten Modell aus. In Wirklichkeit ist es eines der typischsten Stressmarkt-Szenarien.

Wir erklären, warum defensive Anlagen in scharfen Risk-off-Phasen zusammen mit riskanteren Assets fallen können — und was dabei hinter den Kulissen passiert.

Der Mythos des „sicheren Hafens“

Gold und Silber schützen nicht gegen alles zu jeder Zeit. Ihre Kernfunktion ist der Werterhalt:

  • bei langfristiger Inflation,
  • wenn das Vertrauen in Fiat-Währungen schwindet,
  • in Phasen lockerer Geldpolitik.

In Momenten akuter Stress gelten jedoch andere Regeln. Entscheidend ist dann nicht das Etikett des Assets, sondern seine Liquidität.

Was bei einem scharfen Ausverkauf passiert

Wenn die Märkte mit geopolitischer Eskalation, Abschalt‑Risiken, Finanzierungsspannungen oder einem plötzlichen Volatilitätsanstieg konfrontiert sind, beginnt eine bekannte Kettenreaktion:

Margin Calls

Fonds, Trader und Market Maker halten oft gehebelte Positionen. Wenn das Risiko steigt, fordern Broker zusätzliche Sicherheiten.

Erzwungene Verkäufe

Um Margin-Anforderungen zu erfüllen, verkaufen Investoren nicht die „schlechtesten“ Assets, sondern jene, die schnell, in großen Mengen, mit tiefer Liquidität und minimalem Abschlag verkauft werden können.

Verkauf von Liquiditätsquellen

Gold, Silber und große Kryptowährungen erfüllen diese Kriterien perfekt.

Daher werden sie oft zur ersten Liquiditätsquelle — nicht zum letzten Zufluchtsort.

Warum Gold und Silber mit dem Markt fallen

In solchen Momenten wird Gold nicht verkauft, weil das Vertrauen darin verloren geht, sondern weil:

  • es in großen Volumina verkauft werden kann,
  • es weit verbreitet als Sicherheiten akzeptiert wird,
  • es bereits auf institutionellen Bilanzen liegt.

In der Folge ist es üblich, dass Gold und Silber schneller fallen als Aktien, gefolgt von einer Erholung, sobald der Druck durch erzwungene Verkäufe nachlässt.

Wo Krypto hineinpasst

In Stressphasen verhält sich Krypto wie ein High‑Beta-Asset:

  • es wird verkauft, um Verpflichtungen zu erfüllen,
  • es dient als Liquiditätsquelle,
  • seine Volatilität verstärkt die Bewegung.

Die Logik ist die gleiche: Krypto wird nicht verkauft, weil „es vorbei ist“, sondern weil der Markt vorübergehend in den Überlebensmodus wechselt.

Warum das das langfristige Bild nicht zerstört

Historisch ist das Muster konsistent:

  1. Scharfer Risk-off → alles Flüssige wird verkauft.
  2. Margin Calls werden gedeckt → der Druck lässt nach.
  3. Die Märkte beginnen wieder, Assets nach Funktion zu unterscheiden.
  4. Defensive Anlagen übernehmen wieder ihre Rolle.

Kurzfristige Rückgänge bei Gold oder Krypto widerlegen nicht ihre langfristige Logik — sie zeigen nur, dass sich die Prioritäten vorübergehend verschoben haben.

Was Anleger daraus mitnehmen sollten

Die wichtigste Erkenntnis betrifft nicht das „richtige“ Asset, sondern die Struktur des Portfolios.

In Stressmomenten schneiden diejenigen am besten ab, die nicht auf Bottom‑Caller setzen, sondern Anleger, die:

  • durch Hebelung erzwungene Verkäufe vermeiden,
  • das Kapital klar nach Rollen trennen,
  • eine Liquiditätsreserve halten.
  • Überleben ist wichtiger als perfekte Timing‑Versuche.

Fazit

Der gleichzeitige Rückgang von Gold, Silber und Krypto ist kein Systemversagen.
Er ist ein Zeichen dafür, dass der Markt vorübergehend nach dem Gesetz der Liquidität und nicht nach dem Gesetz der sicheren Häfen handelt.

Sobald Margin Calls und erzwungene Verkäufe abklingen, kehren die Märkte zu vertrauterer Logik zurück — und dann funktionieren „sichere Häfen“ wieder wie beabsichtigt.

In solchen Phasen ist die klügste Strategie nicht das Jagen nach dem perfekten Asset, sondern ein Portfolio aufzubauen, das Sie nicht zwingt, im ungünstigsten Moment zu verkaufen.

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Warum Gold und Krypto zusammen fielen – Safe-Haven erklärt | Hexn