IPO-Lock-up-Periode: Zweck und Dauer
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IPO-Lock-up-Periode: Zweck und Dauer

Ellie Montgomery · 27. August 2025 · 3m ·

Grundlagen

Sperrfristen (Lock-up-Perioden) sind vertragliche Regelungen nach einem Börsengang (IPO), die Insider für einen festgelegten Zeitraum am Verkauf ihrer Aktien hindern. Üblich sind meist 180 Tage, die Länge kann jedoch variieren. Bei Börsengängen von Special Purpose Acquisition Companies (SPACs) fällt die Sperrfrist häufig länger aus, meist zwischen 180 Tagen und einem Jahr. Betroffen sind Gründer, Eigentümer, Manager und Mitarbeitende des Unternehmens. Auch Venture-Capital-Gesellschaften und andere frühe Privatinvestoren können Einschränkungen unterliegen.

Zweck von IPO-Lock-up-Perioden

Das Hauptziel von Lock-up-Perioden ist, großflächige Verkäufe durch große Investoren zu verhindern, die einen anfänglichen Kursrückgang auslösen könnten. Insider halten in der Regel einen deutlich größeren Anteil an Aktien als die breite Öffentlichkeit. Deshalb könnten umfangreiche Verkäufe unmittelbar nach dem Börsengang den Kurs stark und schnell beeinflussen.

Außerdem sollen Lock-up-Perioden den Eindruck vermeiden, Insider hätten kein Vertrauen in die Zukunftsaussichten des Unternehmens. Manchmal möchten Insider kurzfristig Gewinne realisieren; solche Schritte könnten aber unbegründet negative Wahrnehmungen erzeugen und dem Unternehmen schaden.

Auch nach Ablauf der Sperrfrist können weiterhin Einschränkungen bestehen, wenn Insider über nichtöffentliches, kursrelevantes Wissen verfügen, dessen Veräußerung Insiderhandel darstellen würde. Das ist etwa der Fall, wenn das Ende der Sperrfrist in die Berichtssaison fällt und Insider Zugang zu wesentlichen, nicht öffentlichen Informationen haben.

Rechtslage

Anleger sollten wissen, dass Lock-up-Perioden nicht von Regulierungsbehörden wie der Securities and Exchange Commission (SEC) vorgeschrieben werden. Vielmehr werden sie freiwillig vom börsengehenden Unternehmen vereinbart oder von der betreuenden Investmentbank durchgesetzt. Das Ziel ist in beiden Fällen gleich: nach dem Börsengang für stabile Kurse zu sorgen.

Informationen zu den Sperrfristen finden sich in der S-1-Einreichung bei der SEC. Änderungen werden über Nachreichungen wie S-1/A bekanntgegeben.

Vor einer Investition in einen IPO ist es wichtig, die Lock-up-Periode und ihre Folgen genau zu prüfen. Eine sorgfältige Due-Diligence in diesem Punkt ist für fundierte Anlageentscheidungen unerlässlich.

Wichtige Faktoren für Anleger

Jim Cramer und andere Investmentprofis raten Anlegern oft, mit Investments in frisch gelistete Unternehmen bis zum Ende der Sperrfrist zu warten. In Bärenmärkten fallen neu gelistete Aktien häufig, wenn Insider am Ende der Lock-up-Periode verkaufen. Das kann für Anleger eine Chance sein, Aktien zu attraktiven Preisen zu erwerben, besonders wenn Insider große Anteile halten.

Wer bis zum Ablauf der Sperrfrist wartet, gewinnt Zeit, die Performance der Aktie zu beobachten. Fällt der Kurs zunächst stark, kann es sinnvoll sein, andere Anlagealternativen zu prüfen. Zeigte die Aktie hingegen vor dem Ende der Sperrfrist bereits gutes Potenzial, kann sie weiterhin eine lohnende Investition darstellen.

Optionshandel

Im Optionsmarkt bringt die Lock-up-Periode interessante Dynamiken mit sich. Am IPO-Tag sind Optionen meist noch nicht verfügbar. Bei großen und sogar mittelgroßen Unternehmen werden Optionen jedoch häufig schon vor Ablauf der Sperrfrist gehandelt. Wer einen Kursrückgang nach Ende der Lock-up-Periode erwartet, kann schützende Puts kaufen. Spekulanten wählen je nach Markterwartung Calls oder Puts.

Fazit

Eine Lock-up-Periode ist eine vertragliche Regelung, die Insider nach dem IPO für einen bestimmten Zeitraum am Verkauf ihrer Aktien hindert. Ziel ist es, einen plötzlichen Zustrom großer Aktienmengen durch Großinvestoren zu verhindern und so die Marktstabilität zu wahren. Lock-up-Perioden sind, wie erwähnt, nicht von Regulierungsbehörden wie der SEC vorgeschrieben. Anleger können davon profitieren, vor dem Kauf frisch gelisteter Aktien das Ende der Sperrfrist abzuwarten und so gegebenenfalls günstigere Einstiegsniveaus zu nutzen.

Initial Public Offering (IPO)
IPO Lock-Up Period