Was ist eine American Depositary Share (ADS)?
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Was ist eine American Depositary Share (ADS)?

Alice Cooper · 28. August 2025 · 3m ·

American Depositary Shares (ADS) sind Aktien ausländischer Unternehmen, die von US‑Verwahrstellen gehalten werden und an wichtigen US‑Börsen gehandelt werden können. Die Begriffe ADS und American Depositary Receipts (ADR) werden häufig synonym verwendet. ADS eröffnen ausländischen Unternehmen Zugang zu einem breiteren Investorenkreis und dem weltweit wichtigsten und am weitesten entwickelten Finanzmarkt. Dennoch können ADS‑Investoren Währungsrisiken ausgesetzt sein, obwohl die Papiere in US‑Dollar denominiert sind.

Grundlagen

Im globalen Finanzwesen sind American Depositary Shares (ADS) interessante Aktienanteile an nicht‑US‑Gesellschaften, die von US‑Verwahrstellen verwaltet werden und amerikanischen Investoren zum Kauf angeboten werden. Als verbriefte Beteiligung an den Aktien eines ausländischen Unternehmens werden diese Papiere als American Depositary Receipts (ADR) bezeichnet, die einzelnen handelbaren Einheiten heißen ADS. Die Bezeichnungen American Depositary Shares und American Depositary Receipts werden oft austauschbar verwendet.

American Depositary Shares (ADS) erklärt

Besonderheiten von ADRs 

Ein ADR ist ein handelbares Wertpapier, das von einer US‑Bank in Zusammenarbeit mit einem ausländischen Unternehmen ausgegeben wird und das Eigentum an den ADS repräsentiert. Es ähnelt einer Aktienurkunde, mit der Beteiligungsrechte nachgewiesen werden.

Vereinfachter Handel über ADSs 

ADS sind darauf ausgelegt, den Aktienhandel zu vereinfachen. Sie werden entweder außerbörslich (OTC) oder an großen Börsen wie der New York Stock Exchange (NYSE) und der Nasdaq gehandelt, je nachdem, ob das ausländische Unternehmen die US‑Regelwerke erfüllt. Eine Notierung an einer großen Börse erfordert Compliance‑Standards ähnlich denen heimischer Unternehmen, einschließlich der Einhaltung allgemein anerkannter Rechnungslegungsgrundsätze (GAAP).

Vorteile von American Depositary Shares

Ausländische Unternehmen, die sich an US‑Börsen notieren, profitieren von einem größeren Investorenkreis und potenziell niedrigeren Kapitalkosten. Für US‑Investoren bieten ADS einen einfachen Zugang zu internationalen Firmen, weil sie Währungsumrechnungen und komplizierte grenzüberschreitende Verwaltungsprozesse vereinfachen.

Nachteile von American Depositary Shares

Währungsrisiken beim Besitz 

ADS bergen Währungsrisiken. Veränderungen des Wechselkurses zwischen US‑Dollar und der Fremdwährung wirken sich auf Kurswerte und Ausschüttungen aus, da Erträge in US‑Dollar umgerechnet werden müssen.

Unterschiedliche Besteuerung von Dividenden 

Die steuerliche Behandlung von Dividenden aus ADS variiert von Land zu Land. Die meisten Staaten erheben eine Quellensteuer auf ADR‑Dividenden; die Sätze unterscheiden sich. Beispielsweise behalten Chile und die Schweiz 35 % ein, während Frankreich für nicht kooperative EU‑Länder bis zu 75 % einbehalten kann. Diese Quellensteuer kommt zusätzlich zur in den USA anfallenden Steuer auf Dividenden. ADR‑Investoren können die Doppelbesteuerung unter Umständen durch Ausfüllen des Formulars 1116 und Geltendmachung ausländischer Steuergutschriften mindern.

Beispiele für American Depositary Shares

Eine einzelne ADS repräsentiert häufig mehrere Stammaktien. Außerdem können sich ADS‑Kurse außerhalb der US‑Handelszeiten ändern, wenn im Heimatland des Unternehmens noch gehandelt wird, während die US‑Märkte geschlossen sind.

Betrachten Sie das Beispiel der Woori Bank, einer Tochtergesellschaft der Woori Financial Group, die ADS in den USA notiert. Am 20. Juli 2016 wiesen diese ADS eine Kurslücke nach oben von 0,03 USD auf. Eine technische Analyse des Kursverlaufs dieses ADS zeigt, dass es in den letzten zehn Jahren etwa zwei Drittel der Fälle nach solchen Aufwärtslücken zu Kursanstiegen kam.

Fazit

American Depositary Shares (ADS), auch als ADRs bezeichnet, verknüpfen ausländische Unternehmen mit den US‑Märkten und bieten sowohl Chancen als auch Risiken. Sie erleichtern den Handel, bergen aber Währungsrisiken für Anleger. ADS erweitern den Investorenkreis ausländischer Firmen und erleichtern US‑Investoren den Zugang zu internationalen Märkten. Sie können mehrere Aktien repräsentieren und Kurslücken aufweisen. Zusammenfassend sind ADS ein wichtiger Baustein der globalen Finanzwelt mit Vorteilen und Herausforderungen für alle Beteiligten.

American Depositary Share (ADS)
American Depositary Receipt (ADR)